Platzwart

Der Greenkeeper Mich

Mich-Greekepper















Publiziert von Ossi Haßlacher
Diese gewissenhafte und verantwortungsvolle Aufgabe erledigt Michael Ebenberger ( der genaue )


Vor der Rückrunde sind die Greenkeeper in Alarmbereitschaft.
Keine Jahreszeit setzt dem heiligen Rasen so sehr zu, wie der Winter.

Dr. Wolfgang Prämaßing, ist der Winter der größte Feind des Fußballrasens?
Das kann man so sagen. Obwohl Rasen im Winter keine Wuchsperiode hat, wird er im Fußball stark belastet. Das hält bei einem harten Winter der beste Platz nicht aus. So gesehen fand ich den Vorschlag von Rudi Völler, den Bundesliga-Spielplan zu ändern, sehr vernünftig.

Als Mitarbeiter der DEULA Rheinland (DEULA = Deutsche Lehranstalt für Agrartechnik) bieten Sie Ende Februar Lehrgänge an, in denen sich Interessierte zu Platzwärten und Greenkeepern ausbilden lassen können. Wie viele Prüfungsfragen werden sich mit zugefrorenen Rasenplätzen beschäftigen?
Einige, aber die Palette der Fähigkeiten eines Platzwarts ist ja lang. Bei uns lernen die Teilnehmer, welche Eigenarten ein Rasenplatz haben kann, wie und wann er richtig gemäht wird, wann er vertikutiert und aerifiziert, also belüftet wird, welche Vorteile ein Striegel hat, welche Ansaatmischung die richtige ist, dazu eine Ausbildung in Gräserkunde, Bodenzusammensetzung…

…Moment! Der Reihe nach: Was meinen Sie mit »Eigenarten des Rasenplatzes«?
Ein guter Platzwart muss wissen, auf welchem Grund bzw. Bodenbauweisen sein Rasen wächst und gedeiht. Und nach der jeweiligen Bodenbeschaffenheit richtet sich dann die Pflege. Ein eher wasserdurchlässigerer Boden muss zum Beispiel entsprechend mehr zusätzlich beregnet werden und so weiter.

Ist das die Kernkompetenz eines ausgebildeten Platzwarts, bzw. Greenkeepers?
Ja! Wichtig ist, diese Zusammenhänge zu kennen. Dann ist sicherlich das regelmäßige Mähen wichtig. Von der DFL ist eine Schnitthöhe von 25 bis 28 Millimeter für die Profiklubs vorgegeben, bei der WM 2006 waren es 28 Millimeter, daran hat man sich orientiert.

Wie häufig sollte man also den Rasenmäher anschmeißen?
Im Frühjahr, zur Hauptwuchszeit, empfiehlt es sich bei Spitzenplätzen mindestens dreimal die Woche den Rasen zu mähen. Aber da tickt jeder Platzwart anders. Der Greenkeeper von Bayer Leverkusen etwa mäht seinen Rasen in dieser Zeit täglich.

Sie sprachen vorhin von einem »Striegel«. Was ist das?
Ein Striegel ist eine Art vergrößerter Rechen, den sie im Garten gebrauchen, um das Laub zusammenzuharken. Der Striegel kratzt die Grasnarbe an und wirkt dadurch wie eine leichte Vertikutierung und regt die Bestockung der Gräser an. In deutlich größeren Abständen muss der Rasen natürlich auch vertikutiert und auch aerifiziert werden, um entsprechend gelüftet zu werden.
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